Was habe ich dir getan, dass du so scheiße zu mir bist?
Du sprichst kaum ein Wort zu mir und wenn, dann mit so einer Verachtung in der Stimme und so einer Gleichgültigkeit, die ich sonst von keinem anderen Menschen gehört habe.
Egal was ich mache, du bist dagegen. Es entspricht nicht deinen Vorstellungen und es läuft nicht nach deinem Plan den du in deinem Kopf hast, der aber nicht in meinem existiert - denn in meinem Kopf habe ich keinen Plan. Und es geht mir schlecht dabei, verdammt schlecht. Ich bin psychisch so kurz davor wieder irgendwohin abzurutschen, wo ich wieder Monate fest hänge.
Kannst du dich daran erinnern, wie du dich gefühlt hast, als dir damals jeder auf die Pelle rückte und dich mit Fragen löcherte, was mit mir los sei? Du konntest nicht antworten, weil du nichts über mich zu diesem Zeitpunkt wusstest und selbst davon überrascht warst, dass ich mit meinem Leben schon so auf Kriegsfuß stand, dass ich mir Klingen durch die Haut zog und mich zerschnitten habe um einschlafen zu können und nicht unter diesen beschissenen Heulkrämpfen zu leiden.
Ja, das war dir alles ein Rätsel und du meintest, du willst dich ändern.
Nichts hast du, im Gegenteil.
Oftmals ignorierst du einfach, was ich sage. Du machst mich vor anderen schlecht und drückst mir einen gemeinen Spruch nach dem anderen rein. Dich interessiert nicht, was ich mache, wie meine Pläne sind oder sonst etwas. Jedes Gespräch, was ich versuche, zu beginnen, blockst du ab. Du traust mir nichts zu und glaubst scheinbar nicht daran, dass ich überhaupt etwas kann.
Weißt du, seit Jahren traue ich mich nicht mehr, mit dir zu reden, weil ich Angst vor Zurückweisung habe, denn jedes Mal, wenn du mir ein Gespräch oder eine Bitte verwehrst, fühlt sich das an wie ein rostiger Dolch,der in mein kleines, geschundenes Herz gerammt wird. Und das machst du oft. Deswegen vermeide ich es, überhaupt mit dir zu reden oder irgendjemandem von meinem derzeitigen Leben zu erzählen, wenn du dabei stehst - denn du hängst dich da rein, du sagst, dass es doch scheiße ist und dass ich nicht "richtig arbeite". Du beschimpfst mich und meinst, ich hätte mich nie nach Ausbildungen umgesehen und es wären ja noch so viele Lehrstellen in Deutschland frei, davon soll ich eine nehmen... aber,dass ich vielleicht nicht für jeden Beruf geeignet bin, spielt dabei keine Rolle. Was ICH will, spielt keine Rolle.
Ich fühle mich, als wäre ich für dich nur ein lästiger Parasit und ich frage mich wirklich, ob du weinen würdest, wenn ich morgen sterben würde. An deiner Gleichgültigkeit mir gegenüber leide ich sehr, aber das merkst du nicht.
Als mein Vater solltest du anders sein.
Ich möchte schon nicht mehr nach Hause kommen, weil ich mich hier einfach nicht mehr Willkommen fühle. Und vielleicht werde ich in den nächsten Monaten auch so oft wie möglich vermeiden, nach Hause zu kommen...
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