Hallo Dresden. Du schöne Stadt, die jetzt irgendwie ein Zuhause für mich sein soll...muss..wird...wie auch immer. Ich bin gespannt, wie wir uns verstehen, auch wenn ich schon oft hier war und du mir gefallen hast. Vielleicht hasse ich ja Städte auch und will wieder in ein schickes kleines Dorf, in dem überall kleine Schafherden verteilt sind und jeder Zweite Hühner und Kaninchen hat.
Du hast mich mit drückender Hitze empfangen und ich denke,der kurze, aber dennoch starke Regenschauer danach hat dir ganz gut getan, Dresden.
Morgen wird sich entscheiden, ob meine - nennen wir es einmal "Pläne" - Wirklichkeit werden und ob ich im Waldorfkindergarten arbeiten kann. Morgen...das wird eine unruhige Nacht...wie so viele Nächte in letzter Zeit. Ich dacht so oft "Morgen wird sich alles entscheiden..." in den letzten Wochen... Vor Morgen habe ich Angst. Warum, weiß ich nicht einmal, ich bin ja kein schlechter Mensch und den Umgang mit Kindern habe ich ja mittlerweile auch ganz gut gelernt, aber was, wenn ich mich mit den Kollegen einfach nicht vertragen kann? Was, wenn mir die Arbeit doch missfällt, was mach ich dann?
Hallo Dresden....bist du gut zu mir? Kannst du ein Zuhause für mich sein, wo ich mich auch nur annähernd so aufgehoben und glücklich fühle, wie in einem Jahr auf dem Bauernhof? Ich habe mich wohl zu sehr in die Arbeit und das Leben dort verliebt und aus den Augen vergessen, dass es irgendwann dort vorbei sein wird, wenn ich auch dachte, dass das erst 181 Tage später sein würde, als ursprünglich vorgesehen. Dadurch, dass alles so kurzfristig geändert worden ist, ist in mir alles durcheinander. Wie traurig meine Kollegen auf dem Hof waren, dass ich nun doch schon gehen muss, wie viel Stress und Ungewissheit ich hatte die letzten Tage und wie viele Tränen ich irgendwie unterdrücken musste, wobei mir hunderte Worte im Halse stecken geblieben sind...
Ich brauche jetzt ein bisschen Freiraum für mich...ein bisschen Zeit und Ruhe um nicht wieder als das psychische Wrack zu enden, welches ich vor einem Jahr noch gewesen bin.
Hoffentlich kannst du mir diese Ruhe geben, Dresden...
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